Das Fernsehen wandelt sich

FernsehenIn den frühen Tages des Mediums Fernsehen, als noch nicht unbedingt jeder Haushalt ein Gerät besaß, stellte sich Fernsehen als eine Art Gemeinschaftserlebnis dar. Man hatte die Wahl zwischen dem ersten und dem zweiten Programm, später kamen noch die regionalen dritten Programme hinzu. Dies war lange Zeit das Angebot, aber wie bei allem, was man nicht kennt, vermisste auch niemand etwas. Die bescheidene Auswahl an Programmen führte im Gegenteil zu dem erwähnten Gefühl, dass man etwas teilte. Die Frage am Montag, hat jemand Kuhlenkampf gesehen habe, war so etwas wie eine Gemeinsamkeit, einen gemeinsamen Geschmack herstellende Frage, und vieles, was fast alle im Fernsehen verfolgt hatten, wurde ausführlich diskutiert. Die öffentlich rechtlichen Sender, die durch die Fernsehgebühren finanziert werden, stellten also so etwas wie ein allen zur Verfügung gestelltes "Kulturgut" dar. Dazu gehören auch Fernsehen und Musik Sender.

Privatsender und öffentlich-rechtliches Fernsehen

Dann entwickelte sich aber eine ganz andere Landschaft, denn mit dem Aufkommen der ersten Privatsender als Hobby-Alternative zu Spielen wie Toonracer, denen noch viele folgen sollten, entwickelte sich eine völlig zerfaserte Landschaft, eine Vielfalt von Programmen, die jedem Geschmack wurden bzw. werden, die in ihren Inhalten, und damit auch der Qualität, ganz anderen Regeln und Gesetzen folgen. Das Zauberwort hier ist "die Quote", die Zuschauerzahl, die ein Sender bzw. eine Sendung anzieht, die sich wiederum auf die Werbeverträge auswirkt. Im Gegensatz zu den öffentlich rechtlichen finanzieren sich die privaten Sender ausschließlich durch die Werbeeinahmen, und wenn die Zuschauerzahlen für eine Serie sinken, wirkt sich dies umgehend auf die Werbeeinnahmen aus.

Das Fernsehen auf der Jagd nach Zuschauern

Es gilt also, den Zuschauer zu bannen, ihn dazu zu bewegen, dieses oder jenes Programm zu verfolgen, und das möglichst bis zum Ende unter "Mitnahme" aller Werbeblöcke. Dies hat die Fernseh Landschaft nachhaltig verändert, denn die Jagd nach der Quote hat das Fernsehen in seiner Qualität sehr stark beeinflusst, um nicht zu sagen beeinträchtigt. So gibt es zwar mittlerweile sehr gute Sendungen, die auch privat sind, wie "Arte", aber eine große Zahl von Programmen bedient einfach nur den Massengeschmack. Viele Formate sind risikolos direkt den US amerikanischen Vorbildern nachempfunden, das heißt, es wird ein Format kopiert, von dem man weiß, dass es in einer vergleichbaren Kultur bereits erfolgreich war bzw. ist. So wird aus "Farmer seeks Wife" ganz einfach "Bauer sucht Frau", und alle sind glücklich. Wenn man also die ersten Fernsehsendungen und vor allem die damit verbundenen Fernseh Gewohnheiten mit dem heutigen "Zappen" vergleicht, kann man schon von einer Revolution sprechen.